Theater  Kritiken

Wenn aus dem Draußen nie ein Drinnen wird

Lexikon | Sara Schausberger | aus FALTER 18/12 vom 02.05.2012

Ein Container, der nach außen hin offen ist. Hier sitzt das Publikum und schaut nach draußen. Draußen wird gespielt. In "Die Nacht“ von Bernard-Marie Koltès hört man dem Gedankenstrom eines heimatlosen Mannes (Peter Wolf) zu. Der Speichel rinnt ihm aus dem Mund, die Weste ist ihm zu kurz. Der Namenlose erzählt, wie das ist, wenn aus dem Draußen nie ein Drinnen wird, man ständig nach Unterkunft sucht: "Und nie kann man sagen, hier bin ich zu Hause. Mit Tritten in den Arsch treiben sie dich weg.“ Regisseurin Jacqueline Kornmüller ("Wenn es so weit ist“) macht den öffentlichen Raum zur Bühne, Vorbeigehende werden zu Statisten, die dem Obdachlosen für eine Weile ihre Aufmerksamkeit schenken. Eine spannende Mischung aus Inszenierung und Situationskomik.

Jodok-Fink-Platz, Fr, Sa 19.30; Siemens-Nixdorf-Steg, Do 19.30 (bis 12.5.)


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