Weg mit dem Antisemiten-Ring!

Politik | Kommentar: Alexander Spritzendorfer | aus FALTER 19/12 vom 09.05.2012

Karl Lueger hat die Judenfeindlichkeit salonfähig gemacht. Zwölf Gedenkstätten für ihn sind genug. Eine Antwort an Barbara Tóth

Als kleiner Bub im Wien der 1960er-Jahre hörte ich von meinem Großvater oft die Geschichte von Luegers Bürgermeisterkette. Mein Urgroßvater, Ludwig Spritzendorfer, arbeitete in einer Silberschmiede in der Burggasse, in der diese Kette bearbeitet wurde. Ludwig Spritzendorfer soll seinen Namen und den Stundenlohn, den er für die Arbeit erhielt, in ein Glied der Kette eingraviert haben. Diese vom Großvater erzählte Geschichte machte Lueger für mich zum Helden. Erst später entwickelte ich einen differenzierten Blick auf die Person Lueger.

Eine differenzierte Betrachtung ist auch in der aktuellen Debatte um die Umbenennung des Dr.-Karl-Lueger-Ringes in Universitätsring notwendig. Ganz besonders in der undifferenzierten Gleichsetzung der historischen Bewertungen der Persönlichkeiten Karl Lueger und Julius Tandler, die von konservativen Kreisen in die Debatte


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