Nachgetragen  Journal mehr oder weniger bedeutender urbaner Begebenheiten

Wenn alles Fremde zur Gefahr wird: Statusangst in der Mittelschicht

Politik | Wolfgang Zwander | aus FALTER 19/12 vom 09.05.2012

Ist Österreich ein Einwanderungsland? "Ja“, sagte Integrationsstaatsekretär Sebastian Kurz (ÖVP) bei einem Vortrag in der deutschen Botschaft in Wien. Um über Migration und Integration zu diskutieren, versammelten sich dort vergangene Woche neben Kurz unter anderem Wiens Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou (Grüne) und die deutsche Integrationsministerin Maria Böhmer (CDU).

Der deutsche Botschafter Hans Henning Blomeyer-Bartenstein wies darauf hin, dass Deutsche mit 220.000 Personen Österreichs größte Migrantengruppe stellen. Kurz sagte, das sei ihm nur recht, wir bräuchten ohnehin Zuwanderung, weil andernfalls im Jahr 2050 jeder zweite Österreicher ein Pensionist wäre.

Warum der Themenkomplex Migration und Integration so viel Unbehagen auslöst, konnte oder wollte niemand am Podium erklären. Böhmer sagte nur, der Graben zwischen Ur- und Neu-Deutschen müsse zugeschüttet werden. Eine Stimme aus dem Publikum ging doch noch auf das Unbehagen gegen Zuwanderer ein. Nicht per se "Ausländer“ würden gehasst, sondern die "Inländer“ seien in ökonomisch unsicheren Zeiten von "Statusangst“ geplagt. Alles Fremde werde so zu einer Gefahr.


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