Keine Chance für die Liebe

Feuilleton | Lektüre: Sebastian Fasthuber | aus FALTER 19/12 vom 09.05.2012

Der alte Schwede August Strindberg wühlt auch 100 Jahre nach seinem Tod noch auf

Besserer Zustand, weil ich Strindberg gelesen habe. Ich lese ihn nicht, um ihn zu lesen, sondern um an seiner Brust zu liegen. Bin zehnmal in Gefahr, abzugleiten, beim elften Versuche sitze ich aber fest, habe Sicherheit und große Übersicht. (...) Der ungeheure Strindberg.“

Was Franz Kafka in seinem Tagebuch vermerkte, gehört zu den schönsten Zeugnissen für die starke, aufwühlende, verstörende, aber auch bestärkende Wirkung der Bücher von August Strindberg (1849-1912). Hier war eine Kraft am Werk, die sich in der zeitgenössischen Literatur so nicht mehr findet. Strindberg war der vielleicht letzte Schriftsteller, der - sich Goethe zum Vorbild nehmend - den Anspruch hatte, Dichterfürst und zumindest ein bisschen auch noch Universalgelehrter zu sein.

Im Gegensatz zu so manchem Goethe-Werk, das heute nur mehr literaturhistorisch Interessierte mit Gewinn lesen werden, ist Strindberg aber auch 100 Jahre


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