Der Mai ist vorbei, doch die Kamera bleibt frei

Feuilleton | Panoramaschwenk: Joachim Schätz | aus FALTER 19/12 vom 09.05.2012

Präzis wie kaum ein anderer macht sich Olivier Assayas ein Bild des globalen Kapitalismus. Das Filmmuseum würdigt den Regisseur und zeigt dessen (bisheriges) Gesamtwerk

Wird das Werk eines Künstlers vorgestellt, der noch "mitten“ in seinem Schaffen steht, spricht man von einer "Midcareer Retrospective“. Der Begriff ist natürlich unscharf: Wo liegt die Mitte einer Karriere? Aber gerade das ist auch das Schöne an solchen Veranstaltungen: Statt ein monolithisches Bild von einem Werk zu vermitteln, schaut dabei nur eine Zwischenbilanz heraus, die von den nächsten zwei, drei Arbeiten des jeweiligen Künstlers sofort wieder über den Haufen geworfen werden wird.

Als die Viennale vor 16 Jahren ein Tribute für den französischen Filmemacher Olivier Assayas ausrichtete, erlebte der gerade seinen internationalen Durchbruch mit "Irma Vep“ (1996). Nach einer Serie von harschen Dramen über jugendliche Außenseiter wies diese Komödie über einen turbulenten Filmdreh alle Merkmale eines popmodernen


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