Die Viennale feiert den 50er fast leise: ohne Feuerwerk, aber mit einem eigenen Speiseeis

Feuilleton | Festivalvorschau: Michael Omasta | aus FALTER 19/12 vom 09.05.2012

Er wolle zum Geburtstag der Viennale kein großes Feuerwerk abbrennen, sagt Direktor Hans Hurch. Stattdessen nehme das Festival sein Jubiläum zum Anlass, sich bei seinem Publikum und bei der Stadt mit einer ganzen Reihe von Vorhaben zu bedanken. 50 Projekte für 50 Jahre heißt das konkret, wobei die Kulturabteilung der Stadt Wien als größter Fördergeber für jedes Viennale-Jahr noch einmal 1000 Euro extra gibt: 50.000 also - womit ein Fünftel dessen abgedeckt wird, was das Festival heuer außertourlich alles bietet: ein Viennale-Eis, einen ÖBB-Viennale-Zug, eine Viennale-Briefmarkenserie oder eine Best-of-Viennale-Konzerte-CD - und natürlich Kinoveranstaltungen in Hülle und Fülle.

Den Anfang macht, bereits vom 13. bis zum 20. Mai, eine Hommage an die Schauspielerin Cate Blanchett, die ab 12.5. im Rahmen der Festwochen auch in einer englischen Produktion von Botho Strauß’ "Groß und klein“ zu sehen sein wird. Es folgen Retrospektiven über King Hu ("Ein Hauch von Zen“ im Filmmuseum), Spielerfilme ("House of Games“ im Filmcasino), aktuelle US-Independents ("Real America“ im Stadtkino), ein Programm zum 100. Geburtstag des Burgkinos ("A Few Easy Pieces“) und die 70-mm-Filmreihe "The Bigger Picture“ (im Gartenbau).

Als Ehrengäste zum Hauptfestival (25.10.-8.11.) erwartet die Viennale unter anderem die Musikerin Patti Smith, die Zeichnungen und Fotos zeigen wird, sowie den ehemaligen Kurzzeit-Co-Direktor des Festivals, Werner Herzog, mit ausgesuchten Filmen. Und schließlich wird auch der Schriftsteller Peter Handke als "Kinogänger“ ein eigenes Filmprogramm für die Viennale auswählen und betreuen.

Last, but not least wird das Festival in Kooperation mit Hoanzl und dem Falter eine DVD-Edition herausbringen: und zwar mit einer Handvoll außergewöhnlicher Filme, die abgesehen von ihrer Präsentation bei der Viennale leider nie den Weg in die österreichischen Kinos geschafft haben.


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