Wein, Weib & Wunder

Feuilleton | Polemik: Matthias Dusini | aus FALTER 19/12 vom 09.05.2012

Mit Allerweltsthemen und faulem Zauber verschaukeln die Museen die Massen. Sie wissen: Gold zieht immer

Billiger, billiger! Die Staatsoper mutiert zur Musicalbühne, die TV-Moderatorin Mirjam Weichselbraun spielt im Burgtheater "Romeo und Julia“ und die Viennale widmet dem Regisseur Reinhard Schwabenitzky eine Retrospektive. Nicht dass dieses Szenario einer kommerzialisierten Kultur in einigen Institutionen gänzlich abwegig wäre; so orientiert sich beispielsweise das Burgtheater an zugkräftigen Klassikern. Kein anderer Kulturbereich unterhält die Massen aber so schamlos mit leichten Musen wie die öffentlich finanzierten Kunsthäuser.

Das Belvedere widmet dem Thema "Gold“ eine große Ausstellung. Hier purzeln zeitgenössische Skulpturen, spätantike Mumienporträts und Jugendstilikonen durcheinander, lediglich durch den auf große Augen abzielenden Titel miteinander vereint. Welt- und eintrittsgeldabgewandte Kunsthistoriker, die sich in die Faltenwürfe barocker Sakralplastik vorarbeiten,


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige