Buch der Stunde

Rainer Werner Fassbinder als Theatermacher

Feuilleton | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 19/12 vom 09.05.2012

Am 10. Juni vor 30 Jahren ist Rainer Werner Fassbinder (1945-1982) gestorben. Zum Todestag des weltberühmten Filmemachers ist unter anderem ein Buch erschienen, das einen weniger berühmten RWF unter die Lupe nimmt: den Dramatiker und Theaterregisseur.

Fassbinder gehörte nicht zu jenen Filmemachern, die halt hin und wieder auch am Theater inszenieren. Er hat am Theater angefangen, und er arbeitete einige Jahre lang parallel in beiden Medien. "Ich habe im Theater so inszeniert, als wäre es Film, und habe dann den Film so gedreht, als wär’s Theater“, fasste er in einem Interview zusammen.

Seine ersten Inszenierungen realisierte der 22-jährige Fassbinder 1967 im Münchner action-theater, einer Bühne mit 50 Plätzen; danach gründete er mit einigen Schauspielern (darunter Irm Hermann und Hanna Schygulla) das antiteater; Spielort der Truppe war das Hinterzimmer der Schwabinger Gaststätte Witwe Bolte.

Rasch wurden große Bühnen auf den Off-off-Theatermacher aufmerksam: Am Bremer Theater


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