Nüchtern betrachtet 

Das wird ja wohl noch gut genug für euch sein!

Feuilleton | aus FALTER 19/12 vom 09.05.2012

Das Bessere ist des Guten Feind“ soll Voltaire ein italienisches Sprichwort nachgedichtet haben, und ich kann dem Erfinder der Stromspannung da nur zustimmen. Nichts nervt so wie diese ganze Exzellenzclusterkacke und Optimierungsscheiße, mit der uns die Evaluations- und Verbesserungsfritzen die Ohren abkauen. Da kriegt man ja schon vom bloßen Zuhören Gehirnwindungsburnout! Nun habe ich natürlich nichts dagegen, dass man sich bemüht. Man soll sich immer bemühen! Und wenn man sich bemüht, wird es ja hoffentlich auch gut. Gut ist aber eh schon gut und sollte wohl genügen. Das wären jedenfalls die Zeilen, die ich für Konstantin Wecker schreiben würde, falls ich ihm gut genug sein sollte (sonst muss er’s halt wieder selber machen).

Die grassierende Erstklassigkeitsobsession, deren pathologische Ausprägung in der Psychiatrie mittlerweile unter dem Begriff "Optimismus“ bekannt ist und uns ständig mit Benchmarking und Best-Practice-Tralala in den Ohren sitzt, übersieht, dass


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