Stadtrand Urbanismuskolumne

Ingwerhatz am Yppenplatz

Stadtleben | aus FALTER 19/12 vom 09.05.2012

Neulich auf dem Bauernmarkt am Yppenplatz. Lange Schlangen vor den Ständen, an denen hantige Frauen in Kittelschürzen standlgemäß regionale und saisonale Produkte feilbieten. Also Rüben, Rüben und vielleicht noch ein paar Rüben. Kommt eine Bobopersönlichkeit daher, kauft eine perfekt wühlmausbeknabberte Rübe und stellt dann noch die Frage, die man auf dem Bauernmarkt unter keinen Umständen stellen sollte. "Haben Sie auch“, hebt die Dame, deren Kleidung einen fair produzierten Gesamteindruck macht, an und ihre Stimme wird ein wenig schrill, "haben Sie auch Ingwer?“

Jeder Yppster am Platze scheint den Atem anzuhalten. Gespräche verstummen, für einen Moment ist aus den Straßencafés nur noch das Knistern von Lattekaffeemilchschaum zu vernehmen. "Ingwer“, höhnt schließlich jemand, "aus dem Marchfeld oder was?“ Und die Bäuerin? Sagt: "Ingwer hab ich nicht, aber Zitronengras!“ Okay, das ist jetzt erfunden. Auch die Stelle mit den Schaumgetränken, die man knistern hört. Aber nach Ingwer wurde auf dem Bauernmarkt gefragt. Wirklich.

Christopher Wurmdobler wurde auf dem Bauernmarkt Zeuge einer bizarren Frage


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