Prost!  Lexikon der Getränke. Diese Woche: Bio-Eistee

Bio-Eistee mal drei: Die Süßkraft kommt nur vom Apfel

Stadtleben | aus FALTER 19/12 vom 09.05.2012

Teehaus Demmer macht neben Bio-Eistee-Sirupen auch sogenannte "Ready to Drink Bio-Eistees“. Das Besondere daran: Es wurde weder mit dem vermeintlichen Wunderkraut Stevia - genauer Stevioglycosiden -, noch mit dem seit langer Zeit in Ungnade gefallenen Rübenzucker, dem von weither importierten Zuckerrohr oder dem schicken Agavendicksaft gesüßt. Auch der Geheimtipp Xylitol (vorwiegend aus Birken gewonnener Zucker) blieb außen vor. Nein, hier wurde mit der bloßen Süßkraft des gemeinen Apfels (Malus) gearbeitet. Ob das wohl reicht, um vor dem geschmacklichen Absturz zu retten?

Getestet wurden alle drei auf dem Markt erhältlichen Sorten, zuerst Black Lemon. Schmeckt so, wie Eistee schmecken sollte: bitter, zitronig, leicht süß und erfrischend. Ein so guter Start verheißt das Allerbeste. In Runde zwei knöpfte man sich das Säftchen Green-Lime vor. Grünteeauszug mit Limettensaft könnte ja schmackhaft sein, nur leider wurde der duftigen Limette vom Grüntee eine betoniert. Der Apfel konnte in diesem Fall nicht die geschmackliche Implosion verhindern.

Weiter mit Glaseinwegfläschchen drei: Red-Berry. Der bei Schwangeren und Koffeinempfindlichen beliebte, aus Afrika stammende Rooibos-Tee mit der markant holzigen Note konnte einen mit dem sauren Mix aus Preiselbeer-, Granatapfel- und Holunderbeerensaft nun wirklich in die geschmackliche Tiefebene befördern. Erstaunlich entschieden der Geschmack, aber zu viel Herbheit kann den Durst nicht löschen. Mehr Malus, dann wär’s vielleicht ein Bonus! MS


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