Der übliche Verdächtige

Steiermark | Porträt: Donja Noormofidi | aus FALTER 19/12 vom 09.05.2012

Franz Radl steht derzeit wegen des Verdachts der NS-Wiederbetätigung vor Gericht. Der Angeklagte hat alte Bekannte in der FPÖ

Als Franz Radl im Steireranzug durch die Sicherheitsschleuse des Straflandesgerichts tritt, geht das Blitzlichtgewitter los. Der unscheinbar wirkende Mittvierziger ist kein Unbekannter, sondern laut Anklageschrift "einer der aktivsten Vertreter der rechtsradikalen antijüdischen Szene in Österreich“.

Derzeit stehen Radl und neun weitere Männer wegen des Verdachts der NS-Wiederbetätigung vor dem Geschworenengericht. Acht Beschuldigten wurde bereits im März der Prozess gemacht, wegen zwei brutalen Schlägerattacken, dabei sollen die Männer auch Naziparolen gegrölt haben, Radl war bei diesen Vorfällen nicht dabei. Sechs der Männer wurden zu Haftstrafen verurteilt, die Urteile sind nicht rechtskräftig. Als Hauptangeklagten im aktuellen Prozess bezeichnete der Staatsanwalt aber Franz Radl und warf ihm zudem vor, seit über 20 Jahren Nazipropaganda zu betreiben.


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