Theater  Kritik

Wie redet man vom Holocaust? So geht’s

Lexikon | Sara Schausberger | aus FALTER 19/12 vom 09.05.2012

Wie bringt man das Unvorstellbare auf die Bühne? Wie erzählt man vom Holocaust? Regisseur Michael Schefts und seine Gruppe Wort_ensemble haben eine angemessene Form dafür gefunden. Nüchtern und monoton wird der Doku-Klassiker "Die Ermittlung“ (1965) auf die Bühne gebracht, in dem Peter Weiss die Auschwitzprozesse zu einem "Oratorium“ verarbeitete. Wie ein Orchester sitzen acht Schauspieler im Halbkreis auf der leeren Bühne. Vor ihnen stehen Notenständer mit den Texten der Angeklagten, Zeugen und Richter. Immer wieder muss einer in den Zeugenstand, manchmal wird im Chor gesprochen. Musik des Jazzkomponisten Stefan Wolf begleitet die Inszenierung, die sich trotz Längen gut und richtig anfühlt.

Das Off-Theater, Fr, Sa 19.00; Amtshaus Währing, Mi 19.00


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