Theater Kritiken

Selbstmord mit Ansage: Turrini in der Josefstadt

Lexikon | aus FALTER 20/12 vom 16.05.2012

Alexander Pschill macht Schluss

In einem ausgeräumten Kinderzimmer, dem letzten Josefstadt-Bühnenbild des im April verstorbenen Rolf Langenfass, kündigt ein Mann (Alexander Pschill) seinen Tod an. "Ich zähle jetzt bis tausend und bringe mich um.“ Bis freilich "Endlich Schluss“ ist, er also 1000 sagt und der Schuss fällt, vergehen noch 80 Minuten, gefüllt mit Zahlen und Erbsenzählerei, der Bilanz eines ziemlich schizophrenen Lebens. Peter Turrini hat seinen Monolog, 1997 für Claus Peymann und Gert Voss verfasst, für Herbert Föttingers Inszenierung ein bisschen bearbeitet. Böse, traurig und witzig ist er nach wie vor. Aber immer noch möchte man dem suizidalen Schreiberling nicht die Pistole entwinden, denn ans Herz geht er einem nicht.

MARTIN LHOTZKY

Theater in der Josefstadt, Do 19.30


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