Vorwort

Armin Thurnher | aus FALTER 20/12 vom 16.05.2012

Bio liegt im Trend - das behaupten wir hier jedes Jahr. Und noch immer stimmt es - obwohl die Bio-Zuwachskurve nicht mehr so steil nach oben zeigt wie eben noch. Ehrlich gesagt gab es 2011 auf dem Biomarkt einen Stillstand. Gar keinen Stillstand aber gab es, was die Beschäftigung mit dem Thema Bio betrifft. Immer intensiver werden hier Fragen von Moral diskutiert: Unter welchen Umständen ist es legitim, das Fleisch toter Tiere zu essen? Sind Lebensmittelkonzerne überhaupt berechtigt, Bio für sich zu reklamieren? Eine Flut kritischer Bücher setzt sich mit solchen Fragen auseinander, und auch wir hier versuchen wieder, ein paar Denkanstöße zu liefern.

Stets aufs Neue erstaunlich ist die Vielfalt und die Kreativität unter den landwirtschaftlichen Produzenten, denen der Städter indolenterweise so etwas nicht zutraut. Nehmen wir Alfred Grand aus Absdorf, der das Patent für eine Wurmfarm entwickelte und seine Idee weltweit exportiert - und seine Bioerde auch über heimische Supermarktketten vertreibt. Lebendiger Boden ist die Voraussetzung funktionierender Landwirtschaft. Irena Rosc hat Grand besucht. Nebenbei hat sie wieder für die Bilder dieser Ausgabe gesorgt; neben Würmern rückt sie zarte Biokeime ins Bild.

Warum ist Österreich Vorreiter in Sachen Bio? Meinetwegen, sagt nicht ohne Selbstbewusstsein Franz Fischler. Unser Ex-EU-Agrarkommissar begründet das im Intervie mit Wolfgang Zwander.

Florian Holzer widmet sich dem moralischen Zwiespalt von Fleischgenuss und Korrektheit (der Widerspruch lässt sich auflösen!). Birgit Wittstock erzählt eine Geschichte von der Bio-Basis, von wo aus sich das Wachstum der Bioketten etwas anders ausnimmt. Und Christopher Wurmdobler empfiehlt Bio-Ausflüge von Wien aus, die nicht nur für Kinder, sondern für alle geeignet sind. Bianca Tschaikner liefert dazu die kongeniale Karte.


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