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Falter & Meinung | Klaus Nüchtern | aus FALTER 20/12 vom 16.05.2012

Ein zäher Arbeitsmontag nach einem zähen Working Weekend neigt sich dem Ende zu. Ich fühle mich matt. Um mich: Menschen, denen es genauso geht. Die haben’s ja auch nicht leicht. Der Schriftsteller schrieb. Und der Kollege frug. Ob der Schriftsteller denn schriebe? Der schreibt schon, schrieb ich. Doch nicht zu viel? Zu wenig, zu viel, Eis am Stiel. Am Ende war’s grad recht, denn Wolfgang Zwander hatte Pech: Das fix vereinbarte Interview mit der Politikwissenschaftlerin war ihm kurzfristig abgesagt worden. Wie gut, dass dem Schriftsteller dann doch mehr eingefallen war, als er ursprünglich hatte sagen wollen. So kam es, dass letztendlich doch genug da war, um daraus ein Paket, nein!, einen schönen Schwerpünkt zu schnüren, einen Schwerpünkt zum Thema Bürokratie. Die hat es nämlich schwer und mehr als verdient, auch einmal verteidigt zu werden. Alle, alle, alle schimpfen immer auf die Bürokratie, egal, ob sie am Stammtisch oder in den Parteizentralen sitzen. Auf die Bürokratie zu schümpfen, darauf können sich ja alle jederzeit einigen - quel Blödsünn!

Ich fühle mich müde und fürchte mich. Auf dem Schreibtisch des Kollegen steht eine Büste, die aussieht, als würde sie von Klara Potz missbräuchlicher Verwendung in der Küche zugeführt und dazu verwendet werden, Tom Grün die Birne blutig zu bügeln. "Potzblitz!“, würde die irrsinnige Potz ausrufen. "Ich hau dir die Birne zu blutigem Brei!“ Quel Hörrör! Ich brauche jetzt schnell einen dreifachen Chartreuse, damit diese Cluedo-Albträume wieder weggehen. Ein Toast auf die Bürokratie: "Pröst!“


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