"Niemand hat sich bei mir entschuldigt“

Politik | Gespräch: Nina Horaczek, Florian Klenk | aus FALTER 20/12 vom 16.05.2012

Er träumte vom Paradies und wurde von vier Wiener Polizisten gefoltert. Zum ersten Mal spricht der Afrikaner Bakary J. über das Leben nach der Folter

Ein klappriger Ford biegt um die Ecke, darin sitzt der Afrikaner Bakary J. "Steigen Sie ein“, sagt er und fährt den Wagen in eine Gemeindebausiedlung am Rande Wiens. Der 38-Jährige lebt in Simmering, im Herzen des roten Wien.

Vor der Wohnanlage blüht der Flieder, die Sozialbauten sind gepflegt. In einem rosa Kinderzimmer lebt seine neunjährige Tochter, daneben sein zwölfjähriger Sohn, beide sind in Wien auf die Welt gekommen. An den Wänden der Wohnung hängen Hochzeitsfotos aus Gambia, daneben das Bild eines Elefanten. "Es ist wie im Dorf hier“, sagt Bakary J., er wirkt, als wäre er irgendwie doch heimisch geworden.

Dabei will ihn der Staat hier gar nicht sehen. Seine Kinder haben kein Recht auf ihren Vater. Bakary J. hat ein Aufenthaltsverbot, weil er vor etwa zehn Jahren wegen Drogenbesitzes verurteilt wurde und 15 Monate im Gefängnis


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