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Politik | aus FALTER 20/12 vom 16.05.2012

Diensteid gegen Diktatur

Wer bei Wikipedia unter "Bürokratie“ nachschaut, findet die Definition: "Bezeichnung für eine kurzsichtige und engherzige Beamtenwirtschaft“. Die Bürokratie, also die Herrschaft der Verwaltung, hat ohne Zweifel einen schlechten Ruf. In der deutschen Zeitschrift Merkur erschien im April ein Aufsatz, der diese weit verbreitete Haltung kritisch hinterfrägt.

Der Journalist Ralph Bollmann schreibt, dass ohne Bürokratie weder "politische noch wirtschaftliche Freiheit“ denkbar sei (siehe S. 10 und 26). Der Autor stärkt seine These mit einem historischen Beispiel: Für die straff organisierte preußische Bürokratie stellte es in der deutschen Zwischenkriegszeit kein Problem dar, die Befehle eines sozialdemokratischen Innenministers auszuführen; im unterbürokratisierten südlichen Bayern hingegen wog der Diensteid der Beamten auf die republikanische Verfassung weniger, sie folgten ihren persönlichen antidemokratischen Ressentiments und liebäugelten offen mit


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