Die Schoko, die man sich gönnt, verhindert das Bedürfnis nach Schnitzel

Feuilleton | Buchprüfung: Klaus Nüchtern | aus FALTER 20/12 vom 16.05.2012

Witzig, cool und märchenhaft: Thomas von Steinaecker hat den Büroroman der Saison geschrieben. Er heißt: "Das Jahr, in dem ich aufhörte, mir Sorgen zu machen und anfing zu träumen“

Das steht doch alles in den Romanen‘, erwiderte eine Privatangestellte, als ich sie bat, mir aus ihrem Büroleben zu erzählen“, schreibt Siegfried Kracauer in "Die Angestellten“; natürlich nicht, ohne seiner Auskunftsperson sofort zu widersprechen - andernfalls er seine berühmte Studie von 1930 ja auch nicht hätte schreiben brauchen.

Tatsache ist, dass sich die Belletristik immer wieder in Regionen vorgewagt hat, wo sich Aktenordner und Stempelkissen Gute Nacht sagen. Josef K. ist nur deren berühmtester Bewohner, und noch Jahrzehnte später haben sich Schriftsteller wie Wilhelm Genazino ("Abschaffel“-Trilogie) oder Walter E. Richartz ("Büroroman“) dort umgesehen.

Heute soll es sogar "cool“ sein, "über Angestellte zu schreiben“, wie Iris Radisch unlängst in der Zeit konstatierte. Den


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