Drei Fragen an drei Fachleute: Wer ist dieser Titus? Was ist das für eine Oper? Wie wird sie inszeniert?

Feuilleton | Interview: Heinz Rögl | aus FALTER 20/12 vom 16.05.2012

 Mozarts letzte Oper "La clemenza di Tito“ (1791) steht in der Wiener Staatsoper erstmals seit 20 Jahren wieder auf dem Spielplan. Was hat es mit dem Werk auf sich? Vor der Premiere fragte der Falter bei drei Leuten nach, die es wissen sollten: Tenor Michael Schade (47), der die Titelpartie singt, Regisseur Jürgen Flimm (70) und Dirigent Louis Langrée (51).

Falter: "La clemenza di Tito“ heißt übersetzt "Die Milde des Titus“. Nikolaus Harnoncourt meinte dazu einmal, es sei das Allerschlimmste, wenn "eine übergroße Güte den damit Beglückten tyrannisiert“. Was ist dieser Titus für einer?

Michael Schade: Das ist ein typischer Mozart-Tenor, in dem etwas brodelt, das nicht offensichtlich ist. Eigentlich ist er ein völlig anderer Mensch. Die Intrigen, die Verschwörung sind für sein Inneres schrecklich. Es gibt ganz viele Probleme, die er lösen muss, aber eigentlich ist er kaputt. Das ist das Interessante und auch Furchtbare an ihm. Diese Milde am Ende ist für ihn fast wie


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