Walt Disneys missratener Sohn

Feuilleton | Ausstellungsrundgang: Gerhard Midding | aus FALTER 20/12 vom 16.05.2012

Vergnügte Leichen bevölkern die Filme von Tim Burton, dem die Cinémathèque in Paris eine Schau widmet

Die Erinnerung, das weiß die gute Hexe aus "Sleepy Hollow“, ist ein steiniger Weg zum Seelenfrieden. Einen solchen mag man bei einem Künstler mit derart abgründiger Fantasie wie Tim Burton zwar ohnedies nicht vermuten, andererseits stellt sich dessen Karriere in der Tat als geglückte Fluchtbewegung dar, obwohl sie regelmäßig an ihren Ausgangspunkt zurückführt.

Die Geschichte des 1958 im kalifornischen Burbank geborenen Regisseurs ist die einer paradoxen Rebellion. Unablässig versucht er der repressiven Vorstadtwelt zu entkommen und der Erinnerung an eine unglückliche Kindheit zu entrinnen. Früh hat er sich zeichnend aus Einsamkeit und Trauer in Bilderwelten geflüchtet, in denen Maskierung und Verwandlung das Versprechen auf Erlösung bergen. Dennoch arbeitet er heute hauptsächlich für zwei Studios, die ausgerechnet in Burbank angesiedelt sind: Disney und Warner Bros. Und


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