Kraliceks Festwochentagebuch  

Warum ist die Theaterstadt Wien eigentlich so scharf auf Filmstars?

Notizen eines Festivalbesuchers (1)

Feuilleton | aus FALTER 20/12 vom 16.05.2012

Wolfgang Kralicek sieht fast jede Vorstellung der Wiener Festwochen

Samstag, 12. Mai: Liebes Tagebuch! Das erste Festwochenende des Jahres beginnt mit dem Tanztheater "Open for Everything“ von Constanza Macras. Die argentinische Choreografin aus Berlin hat dafür 17 Roma aus Osteuropa gecastet, die gemeinsam mit fünf Profis aus Macras’ Compagnie DorkyPark auf einer entsprechend dicht bevölkerten Bühne stehen. Zwischen den Tanzsequenzen erzählen einige der Roma ihre Geschichte, darunter gleich mehrere junge Mütter, die von den ebenso jungen Vätern ihrer Kinder im Stich gelassen wurden. Die auffälligsten Darsteller sind der dicke Hip-Hop-Tänzer Adam und der transsexuelle Rajmund, der sich jetzt Fatima nennt.

Die Darsteller sind großartig, das vollkommen hierarchiefreie Zusammenspiel von Laien und Profis ist schön anzusehen, die Tanzszenen sind mitreißend (Highlight: Adams Performance zu "Rolling in the Deep“ von Adele), überhaupt ist das eine durch und durch sympathische Veranstaltung.


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