Ohren auf  

Von Romantik und menschlichen Abgründen

Sammelkritik: Klassik-Neuerscheinungen des Schweizer ECM-Labels

Miriam Damev | Feuilleton | aus FALTER 20/12 vom 16.05.2012

Transparenter, klarer Sound, minimalistische Coverkunst, Experimentierfreude und die Liebe zum Detail zählen zu den Markenzeichen des Schweizer Labels ECM. Seit über 40 Jahren werden hier erlesene Aufnahmen abseits der ausgetretenen Musikpfade publiziert.

"Precipitando“ nennt Dénes Várjon seine musikalische Zeitreise zwischen Romantik und Impressionismus. Alban Bergs spätromantische Klaviersonate op. 1 stellt der Pianist Leoš Janáceks vierteiligem Klavierzyklus "Im Nebel“ gegenüber. Mit seinem feinen, expressiven Spiel, schattierend in der Dynamik, subtil im Pedaleinsatz, spürt er Janáèeks Gefühlsnebel inmitten verträumter Klangbilder, schlichter Liedthemen und expressiver Ausbrüche nach. Im krassen Gegensatz dazu steht Liszts monumentale h-Moll-Sonate, die den wuchtigen Abschluss dieser Aufnahme bildet.

Schuberts Stücke für Violine und Klavier nehmen im kammermusikalischen Œuvre des Komponisten eine vergleichsweise marginale Stellung ein. Dass sie eine Entdeckung Wert

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