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Kultur kurz

Feuilleton | aus FALTER 20/12 vom 16.05.2012

Geraubter Schiele

Das Leopold Museum hat weiterhin Probleme mit Raubkunst. Egon Schieles Gemälde "Häuser am Meer“ gehörte der Sammlerin Jenny Steiner und wurde 1938 beschlagnahmt. Nach dem Krieg kaufte es der nachmalige Museumsgründer Rudolf Leopold. Historiker stellten später die verhängnisvolle Provenienz des Kunstwerks fest und empfahlen eine Restitution. Statt es zurückzugeben, bemühte sich das Leopold Museum um einen finanziellen Vergleich mit den Erben. Eine Enkelin Jenny Steiners stimmte 2011 dem Angebot zu; sie bekam fünf Millionen US-Dollar. Zwei weitere von der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) vertretene Erbengruppen verhandelten weiter (siehe auch S. 6). Nun scheiterten die Verhandlungen. Das Leopold Museum bestand auf der Formulierung einer "fairen und gerechten“ Lösung, was von der Erbenseite abgelehnt wird. Fair und gerecht sei lediglich eine Restitution, nicht der angestrebte Vergleich. IKG-Präsident Oskar Deutsch weigert sich, dem Museum ein "Koscher-Zertifikat“


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