Nüchtern betrachtet 

Skylla und Charybdis der Heizdeckenfahrt

Feuilleton | aus FALTER 20/12 vom 16.05.2012

Feuilletonchef Klaus Nüchtern berichtet aus seinem Leben. Die Kolumnen als Buch: www.falter.at

Bevor es Mode wurde, das Verb "love“ durch ein rotes Herz zu ersetzen (Wer ist da eigentlich schuld dran? New York?), gab es im deutschen Sprachraum vergleichbare Anstrengungen der piktorialen Verbalisierung, die sich glücklicherweise nicht durchgesetzt haben: Auf kleinen Kupferpfännchen besetzte eine Spinne in ihrem Netz die Position des Prädikats in dem Satz "Einer spinnt immer“. Das Sujet gab’s übrigens auch als Mecki-Ansichtskarte (das nur als kleiner Nostalgiehinweis für die Generation Lesebrille, die Jungen sollen das googeln, wenn sie wollen). Wer solch launig-spießige Haushaltsfolklore verachtet, sollte immer daran denken, dass es Thomas Bernhard auch nicht viel eleganter formuliert hat: "Redet man mit einem Menschen, stellt sich heraus, er ist ein Idiot.“

Irgendwie stimmt man dem ja nur ungern zu, aber wer schon jemals an einer Pressereise teilgenommen hat, wird sich scheuen,


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