Karenzmänner

Stadtleben | Reportage: Karin Jirku | aus FALTER 20/12 vom 16.05.2012

Womöglich schlecht für die Karriere, aber gut für die Kinder: Väterkarenz statt Geschäftskonferenz

Samstagvormittags auf dem Spielplatz im Augarten. Männer schubsen ihre schaukelnden Kinder an. Sie putzen rinnende Nasen und pusten den Schmerz weg nach einem tränenreichen Dreiradsturz. Frischgebackene Väter schieben mit stolzgeschwellter Brust Kinderwagen oder schütteln auf der Parkbank Milchflascherln wie die Cocktailweltmeister. Fast könnte man meinen, die Väter von heute bringen sich nicht nur aktiv in die Erziehung ein, nein, sie schmeißen den ganzen Familienladen - samstags. Zwei Tage später scheint es, als wären die Papas der Stadt wie vom Erdboden verschluckt. Denn unter der Woche gehören die Kinder ganz der Mama. Beinahe.

Zwischen all den Spielplatzmüttern, Tagesmüttern und Au-Pairs macht an diesem Montagvormittag auch ein Vater Parkdienst. Fredrik, neun Monate alt, große blaue Kulleraugen und blitzschneller Krabbler, hat seit April 2012 ein seltenes Exemplar zu Hause:


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