Déjà vu!

Stadtleben | Architekturkritik: Jan Tabor | aus FALTER 20/12 vom 16.05.2012

Am Hohen Markt hat ein neues Designhotel eröffnet: Das schwarze Topazz zitiert die Wiener Werkstätte auf allen Ebenen

In Wien funkelt ein neues Architekturkleinod. Es ist ein Hotel. Ein Kleinhotel. Es heißt Topazz. Im Werbeprospekt für die X-Sterne-Herberge Ecke Lichtensteg Hoher Markt ist zu lesen, die Fassade erinnere "an eine der skulpturalen Kreationen Koloman Mosers - ein funkelnder Zylinder, besetzt mit großen, ovalen Edelsteinen“. Das Kleinodhotel funkelt also auf gut Wienerisch altneu. Mit den Edelsteinen sind wohl die ovalen Fenster gemeint. Sie fallen auf.

Merkwürdigerweise glitzert die kolomanmoserisch gedeutete Fassade des nagelneuen Wiener Jugendstilhotels haargenau bereits auf einem Ragtime-Gemälde von Tamara de Lempicka aus den 1920er-Jahren - als Hintergrund für einen jungen, gediegen eleganten Mann, der leger an eine Theke gelehnt welttraurig in Erinnerungen vertieft zu sein scheint.

Der junge Mann sieht wie Tadeusz J. Lempicki aus, der erste Ehemann der unvergleichlichen


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