Prost!  

Gewürzbier auf Zeit: ein Rückblick für alle, die es verpasst haben

Lexikon der Getränke. Diese Woche: Bio-Gewürzbier

Stadtleben | aus FALTER 20/12 vom 16.05.2012

Just mit dem Erscheinen dieser Ausgabe endet auch die Verkaufszeit von Gewürz- und Kräuter-Hausbier. Nur für kurze Zeit gab es das Biobier der Firma Stiegl, die mit dem auf Kräuter spezialisierten Unternehmen Sonnentor gemeinsame Sache machte. Eine Botschaft für all jene, die die Kürzestedition verpasst haben: Man bleibt mit einem lachenden und einem weinenden Auge (Gaumen) zurück. Warum bloß? Das Auge strahlt, weil man sich nun endlich wieder auf das Reinheitsgebot von 1517 besinnen kann und dem kühlen Blonden nicht mehr die kalte Schulter zeigen muss. Diese steigende Kontingenz, diese Plage des ständigen Auswählens und Besserfindens kann auch wirklich zu nervig sein. Nein, bei Bier - in größeren Mengen getrunken - soll’s keinen Schnickschnack geben, hicks!

Außerdem spürte man die Gewürze nur, wenn man vorher nichts Geschmacksintensives zu sich genommen hatte. Eh klar. Aber so ein Kräuterbier ist im Vergleich zu der ewigen Radlerei schon hundert und eins. Betrachtet man dieses hübsch gestaltete Bier von einem anderen Blickwinkel, dann eröffnet sich auf einmal eine flüssige Sache, die mehr als stimmt. Ein kräftiges Vollbier aus Gerste mit einem Alkoholgehalt von 4,8 Prozent wurde da mit feinen Kräutern verziert: Der Hersteller berichtet diskret von Melisse, Wermut, Kardamom und Lavendel. So ein Bier zwischendurch, mit einem feinen Speckbrot - ja, das hält die geschwächten Nerven zusammen. Vielleicht gibt’s ja noch ein paar Restbestände, irgendwo. MS


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