Es artet aus

Steiermark | Reportage: Gerlinde Pölsler | aus FALTER 20/12 vom 16.05.2012

Der Wiederbetätigungsprozess in Graz zeigt Rechtsradikale, die es ernst meinen. Und sie werden mehr

Erhobenen Hauptes schreitet Richard P. nach vorn, als der Richter ihn zur Einvernahme aufruft. Erst Anfang April wurde der 23-Jährige im Straflandesgericht Graz wegen schwerer Körperverletzung verurteilt, das Urteil ist nicht rechtskräftig. Jetzt sitzt er wieder auf der Anklagebank, diesmal geht es um Verstoß gegen das NS-Verbotsgesetz. Der frühere Burschenschafter - dass er ausgeschlossen wurde, bestreitet er - wirkt alles andere als geknickt. Immer wieder ruft er dazwischen, gleich am ersten Prozesstag hat der Jusstudent im 4. Semester ein Schreiben verlesen, in dem er das Verbotsgesetz infrage stellte. Richter Raimund Frei befragt ihn zu jenem Tag, an dem P. mit Freunden das Public Viewing der Fußball-EM im Grazer Pfauengarten besuchte. Dort wurde nicht nur einem Mann das Gesicht zertrümmert, zuvor sollen P. und seine Begleiter Parolen wie "SA, SA, es artet aus“ und "SS, SS, es


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