Menschen

Ersatzprogramm

Falters Zoo | Ingrid Brodnig, Christopher Wurmdobler | aus FALTER 20/12 vom 16.05.2012

Filmschauspielerinnen, die Theater spielen? Wo gibt’s denn so was? Bei den Wiener Festwochen, wo Cate Blanchett mit Botho Strauß auf der Bühne steht. Also mit einem Strauß-Text (lesen Sie dazu das Festwochen-Tagebuch von Kollege Kralicek auf Seite 37). Melanie Griffith muss offenbar auch Theater spielen. Zumindest muss sie "proben“, weshalb sie ihren Auftritt beim Life-Ball-Vorabend-Dings im Burgtheater kurzfristig absagen musste. Glücklicherweise hat die schönheitsoperierte Dame aus Hollywood (in welchem Film sah man sie eigentlich zuletzt?) prima Kontakte und schickt nun einfach ihren Mann zum Charitymachen nach Wien. Wer das ist? Hach, Sie kennen sich ja gar nicht aus. Antonio Banderas, ebenfalls Schauspieler. Und auch noch ein guter. Wir sind jedenfalls gespannt auf das Ereignis. 20 Jahre Life Ball: Nächste Woche sind wir schlauer.

Man hätte eine Stecknadel fallen hören können. So leise war es während der Liederpausen bei der Indieband Tindersticks. Die Nottinghamer haben vergangene Woche gleich zwei ausverkaufte Konzerte im Theater Akzent gespielt. Das Publikum lauschte nahezu mit angehaltenem Atem der einzigartigen Stimme von Sänger Stuart Staples (es gibt kaum eine bessere) und den famosen Klängen seiner Band. Am Programm standen das neunte Album und Klassiker mit Gänsehautfaktor. Tindersticks’ Lieder sind schwermütig, melancholisch und - man kann es nicht anders sagen - einfach "schön“. Und ganz so traurig war das Konzert dann auch nicht. Spätestens als Staples die Worte "I’m feeling home“ an das Wiener Publikum richtete, ging nicht nur dem alten Romantiker das Herz geschmeichelt und voll Freude auf.

Nora von Waldstätten? Das ist ja eine Überraschung! Wo doch alle wissen, dass die Kolumnistin Polly Adler nicht aussieht wie die Angelika Hager, Journalistin und Frau hinter der Kolumne. Jedenfalls las bei der Präsentation des neuen Adler-Buchs Waldstätten, und wir finden: Nora ist die bessere Polly.

Eh nur eine der allercoolsten Frauen der Stadt ist Mieze Medusa, die wir immer wieder gerne rappen hören. Diesmal beim Poolbar-Festival, das in Feldkirch stattfindet, aber zum Glück auch Station in der Pratersauna machte. Da bewies die wunderbare Frau Medusa einmal wieder Sinn für Humor und bat das Publikum, beim dümmsten Refrain aller Zeiten mitzumachen. Der lautet: "Rein, raus, rein, raus.“ Worum es geht, müssen wir Ihnen vermutlich nicht näher erklären. Rein wollten übrigens auch ganz viele Menschen in die Pratersauna, denn im Anschluss an Mieze Medusa spielte Nina Sonnenberg, besser bekannt als Fiva. Die hat ja die super Strophe gedichtet: "Du kannst die Katze behalten, doch die Stadt gehört mir.“ Das hübsche Trennungsliedchen wird derzeit im Radio auf und ab gespielt, dementsprechend restlos war das Konzert ausverkauft. Nicht einmal mehr Karten an der Abendkassa gab es, da konnte man echte persönliche Dramen am Ticketschalter mitverfolgen, und die Leute probierten freilich alle möglichen Schmähs aus - von wegen Gästeliste und so. Aber nix da, ausverkauft. Einen Trost gibt es: Frau Sonnenberg versprach hoch und heilig, im Herbst wiederzukommen. Muss sie auch: Immerhin gehört die Stadt jetzt ihr.

E-Mail an den Zoo: zoo@falter.at


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