Nachrichten aus dem Inneren

Falter & Meinung | Klaus Nüchtern | aus FALTER 21/12 vom 23.05.2012

Die Redaktion erklärt sich selbst

Wenn er ausnahmsweise in den Urlaub geht, hinterlässt der Dusini immer eine besenreine Schreibstube - bildlich gesprochen. Zwei sauber eingerichtete und mit allen Standards der S-Klasse ausgestattete Artikel hingen freitags schon mit parallelen Kanten im virtuellen Raum, das Pdf des Buchs über "Glanz und Elend der Political Correctness“, das Dusini mit Thomas Edlinger verfasst hat, ebenfalls. Der frühe Vogel fängt den Wurm. Ein Artikel von Dusini wurde allerdings wegen akuter Ablebensereignisse auf nächste Woche verschoben.

Wirklich professionelle Redaktionen haben Nachrufe auf berühmte Persönlichkeiten, die ein gewisses Alter überschritten haben, ja angeblich in der Lade liegen (und bessern laufend nach). Wir sind in diesem Falle eher pietätvoll als professionell. Und irgendwie beliebt der grimmige Schnitter, wie Kollege Klenk ganz richtig anmerkte, in letzter Zeit ein bisschen über die Stränge zu schlagen - vor allem, was die Musik anbelangt. Donna Summer war zwar kein Spring-Chicken mehr, wie der Engländer sagt, aber fahrplanmäßig allenfalls im Herbst des Lebens angelangt. Und dasselbe gilt für Robin Gibb, dem Kollege Fasthuber dann tatsächlich nachgerufen hat, weil über Summer alles gesagt schien. Die Würdigung des berühmten Baritons Dietrich Fischer-Dieskau, der kurz vor Redaktionsschluss verstarb (der Tod kennt keine Deadline), war dann Chefsache und ging Armin Thurnher bemerkenswert flott von der Hand. Wüssten wir es nicht besser, wir würden vermuten, er hätte schon in der Lade gelegen.


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