Glosse Medienkritik-Kritik

Helle Köpfe werden dunkel, wenn sie übers Fernsehn munkeln

Falter & Meinung | Klaus Nüchtern | aus FALTER 21/12 vom 23.05.2012

Intellektuelle im Fernsehen können höchst anregend sein, doch wehe, sie lassen sich über ebenjenes aus. Da wird’s schnell duster. Fernsehen sei Kaugummi für die Augen, meinte Architekt Frank Lloyd Wright. Der Kritiker Fritz J. Raddatz hingegen nutzt es, wie er nun im SZ-Magazin gestand, als "Radiergummi fürs Gehirn“. Hääh?! Ist Ratzefummel Raddatz so schlau, dass er sich immer wieder ein Stück Superhirn wegradieren muss, weil die Welt seine Gscheitheit nicht mehr ertrüge? Rüdiger Safranski, Co-Host der TV-Talkshow "Philosophisches Quartett“, weiß zwar nicht, was im Fernsehen läuft (hat keinen Apparat), aber er weiß, dass es ihn dümmer macht. Wo jetzt? Vor dem Monitor oder vor der Kamera? So blöd kann TV doch gar nicht sein, dass es solch aufgeblasenes, selbstherrliches Geschwätz nicht in den Schatten stellen würde.


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