Wo Dummheit und Herzlosigkeit wüten

Gastkommentar: Stephan Schulmeister | Falter & Meinung | aus FALTER 21/12 vom 23.05.2012

Zur Lage Griechenlands I: Die Vereinigten Staaten legen den Neoliberalismus ab. Europa entdeckt ihn gerade

Ich sitze auf der Insel Patmos in der Sonne und Hölderlins "Patmos“-Ode kommt mir in den Sinn: "Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch.“

Die Gefahr: Die griechische Bevölkerung bringt in den Wahlen neuerlich zum Ausdruck: "Wir wollen in der Währungsunion bleiben und unsere Schulden abtragen, aber die Sparauflagen der EU verhindern dies!“ Darauf dreht die EU den Geldhahn zu, Griechenland erklärt den Staatsbankrott, die neue Drachme wird drastisch entwertet, lebensnotwendige Güter können nicht mehr importiert werden, Hunger und Elend breiten sich aus.

Aber sind "die Griechen“ nicht selber schuld?

Jene, die am tiefsten fallen, nicht. Richtig ist: Das politische System ist geprägt von Klientelismus und Korruption, abwechselnd regieren zwei Parteien, jede von einem Familienclan dirigiert. Der Staatsapparat ist ineffizient, das Steuersystem eine Farce, die Wirtschaftsstruktur

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