Akademie brennt

Politik | Bericht: Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 21/12 vom 23.05.2012

Die renommierte Biochemikerin Renée Schroeder trat aus der Akademie der Wissenschaften aus. Es geht um einen Kampf der Generationen und um viel Geld

Wenn Renée Schroeder erklären will, welcher Geist in der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) weht, dann erzählt sie die Anekdote von ihrer Aufnahme im Jahr 2003. Als sie sich bei der Ernennung ganz vorne hingesetzt hatte, starrte sie ein altes ÖAW-Mitglied verdattert an. "Ehefrauen dürfen hier nicht sitzen!“, sagte der Greis. "Ich bin eh nicht verheiratet“, antwortete sie damals. Heute sagt sie: "Diese Institution gehört nicht ins 21. Jahrhundert.“

Schroeder ist nicht irgendjemand, sie zählt zu den besten Köpfen des Landes. 2002 wurde die Biochemikerin Wissenschaftlerin des Jahres, heuer wurde sie für das beste Wissenschaftsbuch ausgezeichnet. Seit 1847 gibt es die ÖAW, nach 156 Jahren war Schroeder die zweite Frau, die in die mathematisch-naturwissenschaftliche Klasse aufgenommen wurde. "Für viele ist es eine


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