Nachgesehen  Ein Wiener Schauplatz, an dem kleine oder große Politik stattfindet

Big Brother is watching Müllsünder: wie Wien auf die Ordnung schaut

Politik | Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 21/12 vom 23.05.2012

Sie heißen "Ordnungsberater“, ziehen seit 2009 mit blauen Warnwesten durch Wiener Gemeindebauten und sind seit kurzem mit tragbaren Computern ausgerüstet, um Sperrmüllsündern die Leviten zu lesen. Und das funktioniert so: Die Überwachungskameras in den Gemeindebauten übertragen live auf die Computer, was sich gerade in den Müllräumen abspielt. So können "Ordnungsberater“ die Ungustln leichter auf frischer Tat ertappen, die ihren Sperrmüll wegwerfen, anstatt ihn legal auf einem der Wiener Mistplätze zu entsorgen.

Nein, es gehe bei der Überwachung nicht um Law-and-Order-Politik, heißt es aus dem Büro des zuständigen Wohnbaustadtrats Michael Ludwig, es sei alles von der Datenschutzkommission genehmigt. Man wolle bloß Bewusstsein schaffen. "Illegale Müllablagerung ist kein Kavaliersdelikt“, sagt Ludwig. Sind Sünder uneinsichtig und stur, kann es teuer werden. Dann kann sie die "Ordnungsberatung“ bis zu 2000 Euro kosten.


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