Nachgetragen  Journal mehr oder weniger bedeutender urbaner Begebenheiten

Der Abschied vom ewigen Wachstum in einem Weingut im Burgenland

Politik | Wolfgang Zwander | aus FALTER 21/12 vom 23.05.2012

Es waren zwei ungleiche, aber ebenbürtige Gegner, die sich vergangenes Wochenende auf einem Podium im Burgenland gegenübersaßen: einerseits Tomas Sedlacek, tschechischer Ökonom und Politikberater sowie Autor des Bestsellers "Die Ökonomie von Gut und Böse“; andererseits Siegfried Wolf, ehemaliger Chef des Stronach-Konzerns Magna und nunmehr Aufsichtsratsvorsitzender von Russian Machines, einem Konzern des Oligarchen Oleg Deripaska.

Die beiden diskutierten im Weingut Hillinger beim 1. Europadialog über Wirtschaftswachstum. Sedlacek, der in Yale studiert hat, sprach in schnellem Ivy-League-Englisch darüber, warum nicht zu wenig Wachstum in Europa das Problem sei, sondern zu viel. Künstliches Wachstum auf Pump habe die EU-Länder in einen Teufelskreis der Abhängigkeit von den Finanzmärkten geführt. Wolf, ein steirischer Bauernsohn, der sich mit Fleiß zum Top-Manager hinaufgearbeitet hat, widersprach mit langsamer Stimme. Aus seiner Sicht gebe es keine Alternative zum Wachstum, weil nicht zuletzt Russen und Chinesen danach verlangen würden. Sedlacek konterte, für Russland oder China möge das stimmen, aber nicht für Europa. Die EU solle sich auf das kreative Potenzial ihrer Bürger besinnen.


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