Zeit am Schirm

Medien | Matthias Dusini | aus FALTER 21/12 vom 23.05.2012

TV-Kolumne

Der Eurovision Song Contest hat eine riesige Anhängerschaft unter Homosexuellen. Warum das so ist? Vielleicht weil der Pomp der Show so übertrieben, die Musik so hyperpop ist, dass sich die normierte Heterowelt darüber erhaben fühlt. So lässt sich das scheinbar Spießige als außergewöhnliche Form des Authentischen genießen.

Nachdem die vollbärtige Dragdiva Conchita Wurst in Österreich aus dem Wettbewerb flog, droht der queeren Community weiteres Ungemach. Am 26.5. findet das Eurovisionsfinale im aserbaidschanischen Baku statt. In Indizes von Schwulenorganisationen liegt das osteuropäische Land ganz weit hinten. Von zehn möglichen Punkten erreicht Aserbaidschan keinen einzigen. Noch schlechter ist die Situation für Lesben und Schwule nur in Weißrussland, Moldau und der Türkei. Baku ist dennoch der richtige Ort für den Sängerinnenkrieg. In dieser dunklen Umgebung wird die TV-Oper ihre utopische Strahlkraft beweisen.


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