Vom Ende des geschützten Bereichs der Berufsfotografie

Feuilleton | aus FALTER 21/12 vom 23.05.2012

:: In Österreich gehört der Fotografenberuf - als eines der letzten EU-Länder - immer noch zu den reglementierten Gewerben. Das heißt, dass man einen Befähigungsnachweis in Form einer Meisterprüfung braucht, um als Berufsfotograf arbeiten zu dürfen. Eine Ausnahme bildet die Pressefotografie, was zu der absurden Situation führt, dass der Pressefotograf für die Hochzeitsfotos, die er am Wochenende macht, kein Geld verlangen darf und Fotografen aus EU-Ländern mehr Rechte haben als einheimische.

Aber nicht mehr lange. Denn das Wirtschaftsministerium plant eine Novelle der Gewerbeordnung mit der Begründung, dass die Reglementierung sachlich nicht mehr gerechtfertigt sei. Denn durch die Revolution der digitalen Fotografie sei es etwa nicht mehr notwendig, spezielle Kenntnisse über die Ausarbeitung von Fotos zu besitzen. Dagegen läuft die Innung der Berufsfotografen Sturm, die um ihre Pfründe fürchtet, wenn jeder Hobbyfotograf den Hauptberuflern ihre "Wochenendzuckerln“ wegschnappen kann. KB


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