Sam und Suzy sind reif für die Insel und nehmen den gelben Koffer mit

Feuilleton | aus FALTER 21/12 vom 23.05.2012

:: Wes-Anderson-Filme sind sehr leicht zu identifizieren: Sie huldigen einem Ausstattungsfetischismus, der ein Auge drauf hat, dass das Holzfällerhemd zum Teekessel passt und kein Mangel an knallroten Kleidungsstücken herrscht: das Barett, das Jason Schwartzman in "Rushmore“ trägt; die Trainingsanzüge von Ben Stiller und seinen Söhnen in "The Royal Tenenbaums“; die Mützen aus "The Life Aquatic.“ In "Moonrise Kingdom“ ist es der Mantel des Erzählers, der uns New Penzance Island vorstellt.

Der Kulturtheoretiker Mark Greif hat Anderson-Filme mit ihrer Kindheitssehnsucht dem ästhetischen Kanon der Hipster zugeschlagen. Wird schon stimmen. Klar ist jedenfalls, dass die retroselige Zärtlichkeit, mit der die Kamera durch Innenräume gleitet oder türkisfarbene Portable-Plattenspieler und gelbe Schalenkoffer beschmust, keine Epoche meint, die je existiert hätte, sondern sich aus Versatzstücken ein spleeniges Sixties-Paradies zusammenbastelt. Und wer wäre nicht gern in einem


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