Hirn und Herz in Wort und Gesang

Feuilleton | Nachruf: Armin Thurnher | aus FALTER 21/12 vom 23.05.2012

So oft, so schön und so klar hat kein anderer Schubert gesungen. Zum Tod des Baritons Dietrich Fischer-Dieskau

Manche Augenblicke, denkt man, bedürften keiner Superlative. Schon werden sie ausgepackt. Der Tod des Baritons Dietrich-Fischer Dieskau war so ein Augenblick. Die großen Zeitungen zumindest der westlichen Welt waren sich in der Bewertung einig: Einer der Größten ist von uns gegangen. Nicht nur ein großer Sänger, auch ein bedeutender Autor, Lehrer und Dirigent. Noch mehr Superlative: Kein Sänger weist eine derartige Diskografie auf (über 4800 Aufnahmen), keiner eine derartige Spannweite des Repertoires. Keiner sang so viele Rollen, keiner schrieb so viele Bücher.

Seine Karriere begann Fischer-Dieskau im Alter von 16 Jahren mit jenem Werk, das er danach gut zehnmal auf Schallplatte aufgenommen hat: mit Schuberts Liederzyklus "Die Winterreise“. Im Rückblick hielt er diese Berliner Aufführung für "ziemlich schauerlich“; den Eindruck wischte er mit der ersten Plattenaufnahme


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige