Die Schönheit der Welt, Teil 2: der Weg als Ziel

Feuilleton | Porträt: Gerhard Stöger | aus FALTER 21/12 vom 23.05.2012

Der ewig unterschätzte Wiener Pop-Eigenbrötler Bernhard Schnur legt sein exzellentes neues Album "Yol“ vor

Bernhard Schnur sitzt nachmittags um 16 Uhr bei seinem Frühstückskaffee und wuzelt sich gerade eine neue Zigarette. Er trägt einen leicht abgewetzten Anzug, eine runde John-Lennon-Brille und ein schwarzes Kopftuch. Ganz so wie damals, als er bei Snakkerdu Densk sang und Gitarre spielte, einer der wenigen wirklich erinnerungswürdigen österreichischen Gitarrenbands der 1990er.

Das Wiener Trio hatte die Popkultur der Sixties inhaliert, schätzte den Artrock der 1970er und kannte den Rockunderground der 1980er. Es hatte ein Händchen für eingängige Melodien, liebte es aber auch, Haken zu schlagen und eine gewisse Schrulligkeit zu kultivieren. "Die Schönheit der Welt, Teil 1: Realitätsverlust“ lautete 1994, durchaus programmatisch, der Titel des ersten Albums.

Snakkerdu Densk waren keine Kritikerband, sondern Publikumslieblinge. Medial kaum präsent, erspielten sie sich mit


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