Äpfel und Birnen: Luc Bondys lustvolle Inszenierung eines ziemlich blutleeren Handke-Dramas

Feuilleton | aus FALTER 21/12 vom 23.05.2012

:: Einen "Sommerdialog“ nennt Peter Handke sein neues Stück, es hat aber eher den Charakter eines Verhörs. An einem "schönen Sommertag“ reden ein Mann und eine Frau über die Liebe. Das heißt: Der Mann versucht, der Frau ihre Männergeschichten zu entlocken.

Nach und nach enthüllt sie ihm ihre erotische Biografie, vom ersten Orgasmus (als Zehnjährige beim Schaukeln) bis zum ultimativen Sexkick (mit einem Unbekannten in einer aufgelassenen Saline). Der Mann schweigt sich in dieser Hinsicht aus; lieber erzählt er von den unterschätzten Qualitäten des Frühapfels oder von einer Reise nach Aranjuez und den wilden Johannisbeersträuchern, die ihn dort am tiefsten beeindruckt haben.

So richtig zusammen kommen die beiden, man ahnt es, nicht. Überhaupt wirkt Handkes Stück beim Lesen ziemlich blutleer und undramatisch. Umso angenehmer überrascht Luc Bondys Uraufführungsinszenierung. Das Stück spielt bei ihm nicht im Garten, sondern im Theater (Bühnenbild: Amina Handke), offenbar


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