Neue Sachbücher

Feuilleton | aus FALTER 21/12 vom 23.05.2012

Kurz besprochen: Glück, Glaube, Wunder - und das Gegenteil davon

Psychoanalyse

Marie Balmary: Das verbotene Opfer. Freud und die Bibel. Turia + Kant, 271 S., € 29,-

Seit 40 Jahren liest die Pariser Analytikerin Marie Balmary Sigmund Freud und die Bibel parallel, im Bemühen, deren Bedeutung jenseits von Glaubensfragen und Tradition zu erforschen. Ihre Habilitationsschrift wurde von der Universität abgelehnt, weil sie angeblich zu sehr an Freuds Grundannahmen rüttelte. Noch größer war das Misstrauen der Religion gegenüber der Psychoanalyse. Freud hatte seit seiner Entdeckung des Ödipuskomplexes bis zu seinen letzten Tagen versucht, das Geheimnis der Ursprünge des geistigen Lebens zu lüften. "Totem und Tabu“ (1913), "Die Zukunft einer Illusion“ (1927) und "Der Mann Moses“ (1939), die sich mit den Gefühlen und Wünschen der ersten Menschen beschäftigen, zeugen davon. Balmary geht der Frage nach, wie es zu Freuds Irrtum vom verführten Kind kommen konnte und wie er sich daraus


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