Ohren auf  Sammelkritik: Singer/Songwriter-Neuerscheinungen

Eindringlichkeit, Melancholie und Blödelei

Feuilleton | Gerhard Stöger | aus FALTER 21/12 vom 23.05.2012

Wer mit Anfang 20 über den Moment singt, in dem die Seele den Körper verlässt, begibt sich auf dünnes Eis. Die 23-jährige kanadische Singer/Songwriterin Al Spx tut genau das, droht aber nie einzubrechen. Das liegt am stimmungsvollen Minimalismus der Arrangements ihrer Lieder, vor allem aber liegt es an der Stimme der Sängerin, die ihr großartiges Debüt "I Predict a Graceful Expulsion“ (Mute) unter dem Pseudonym Cold Specks veröffentlicht. Diese Stimme ist intensiv, dunkel und voluminös, gleichzeitig aber auch fragil genug, um nicht wuchtig zu wirken. Sie klingt nach Blues und Gospel, die Künstlerin selbst schlägt "Doom Soul“ als Genrebezeichnung vor. In Rhythmik und Songaufbau hält dieser "Doom Soul“ nichts von gepflegter Durchschnittlichkeit; Klavier und Schlagzeug kommen zum Einsatz, Streicher, eine zumeist nur behutsam gezupfte Gitarre - und manchmal darf die Stimme auch ganz für sich stehen.

Patrick Watson kommt ebenfalls aus Kanada, auch er mag es stimmungsvoll und


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