Stadtrand Urbanismuskolumne

Einmal passt die Sprachpolizei nicht auf

Stadtleben | aus FALTER 21/12 vom 23.05.2012

Würden Sie einen Roman lesen wollen mit dem Titel "Von der Frau, die Mortadella mit Mozzarella verwechselte“? Dann wird Ihnen vielleicht folgende Geschichte gefallen: Die Frau war Kollegin B. Sie bat eine Kollegin, ihr vom Supermarkt eine "Mozzarellasemmel“ mitzubringen. Und B. bekam eine Mozzarellasemmel mitgebracht. Erst als sie schließlich tatsächlich in eine Semmel biss, die mit einer ganzen Kugel Fadkäse gefüllt war, fiel ihr der Versprecher auf (nicht einmal der Feinkost-Papagallo hat sich gewundert).

Der Kollegin hätte Schlimmeres passieren können. Was? Zum Beispiel Cembalo statt Cello zu spielen. Den Bus nach Sievering statt nach Simmering zu erwischen. Beim Billa Gackerl statt Sackerl zu verlangen. Sich bei Prada statt im Prater zu treffen. Oder statt des Falter den Walter lesen. Okay, jetzt haben wir’s vielleicht ein kleines bisschen übertrieben.

Jedenfalls muss man höllisch aufpassen, was man sagt und bestellt. Selbst wenn Kollegin B. steif und fest behauptet, dass so eine Mozzarellasemmel "gar nicht so schlecht“ schmecken würde.

Christopher Wurmdobler ist fest davon überzeugt, dass der Teufel Prater trägt


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