Arbeit in Auslage

Stadtleben | Bericht: Birgit Wittstock Christopher Wurmdobler | aus FALTER 21/12 vom 23.05.2012

Leere Lokale treiben der Erdgeschoßzone ihre Urbanität aus. Es gibt Alternativen

Über der Scheibe des Elektrofachhandels klebte im Sommer immer eine orangefarben getönte Folie, um die Kartons, in denen die Trockenhauben, elektrischen Fußbäder und Toaster verpackt waren, vor der Sonne zu schützen. Im Wirtshaus nebenan kauften Kinder Gummischlümpfe und Colaflascherln mit süß-saurem Zucker darauf.

Wieder eine Auslage weiter, im Uhrengeschäft, pries in der Auslage, zwischen den schwingenden Pendeln der Pendeluhren, ein Schild "kostenlose Montage“ an. Damals, als alle Welt noch Uhren ums Handgelenk trug und nicht die Zeit am Smartphone ablas, war die kostenlose Montage eines Uhrbands wohl noch eine verlockende Sache.

Heute, rund 20 Jahre später, verspricht das Schild nach wie vor die Gratisdienstleistung. Aber abgesehen von vergilbtem Papier ist hier nichts übriggeblieben. Keine schwingenden Pendel, auch im Wirtshaus nebenan - inzwischen ein Sonnenstudio, das auch schon längst wieder


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