Sexkolumne. Aufklärung für Zeitgenossen

Glotzer

Kolumnen | Heidi List | aus FALTER 21/12 vom 23.05.2012

Wenn man aussteigt aus dem Auto und auf der anderen Straßenseite steht eine Straßenbahn und alle glotzen raus, ist das erstaunlich. Wenn man danach den Kofferraum aufmacht, um die Einkäufe rauszuholen, dann den Schlüssel aus der Tasche kramt und es glotzen immer noch alle, da fängt es wirklich zu rattern an, im Kopf. Haare sind gewaschen, Hose passt ganz gut, die hohen Stiefel sind cool, das Hemd ist neu und daher nicht verwaschen, heute ging sich sogar Wimperntusche aus.

Meine Güte, ich muss ja saugut ausschauen! Weil ich werde angeglotzt! Obwohl die Nacht wieder so scheiße war! Endlich mal wieder, lang ist’s her! Beschwingt über die viele Aufmerksamkeit öffnet man dann die letzte Tür, da, wo der Säugling drin ist, wieder ein Blick auf die Glotzer, hehe, tja, sorry, bin zwar geil, aber vergeben. Und dann stutzt man, weil deren Geglotze hat nichts Neckisches. Es ist ernst. Und dann bemerkt man es.

Es war nicht die Ausstrahlung. Es ist der eine Busen, der noch raushängt, in die freie Wildbahn quasi, weil man das Baby zuerst noch schnell im Auto gestillt hat. Und dann hat man es echt eilig.


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