Vernissage

Blackout in Bukolien: der neue Augarten

Lexikon | aus FALTER 21/12 vom 23.05.2012

Die Kunstkaiserin zieht in den Augarten. Die Sammlerin Fran-cesca von Habsburg bricht die Zelte in dem Palais in der Himmelpfortgasse ab und übersiedelt in die Leopoldstadt. Um ihr ambitioniertes Ausstellungsprogramm fortzusetzen, mietete sie vom Museum Belvedere dessen Dependance im Augarten an. Die Büros der Thyssen-Bornemisza Art Contemporary (TBA21) sind in einem repräsentativen Otto-Wagner-Gebäude am Naschmarkt untergebracht. Für die TBA21 Augarten sind Ausstellungen angekündigt, die den "geschichtlichen Kontext des Ortes mitunter kritisch beleuchten“. Das Ausstellungszentrum war in den 1950er-Jahren für den politisch umstrittenen Bildhauer Gustinus Ambrosi errichtet worden, der unter anderen den "Duce“ verewigte. Vor allem aber wird Habsburg Beispiele aus ihrer hochkarätigen Sammlung zeigen sowie bei Künstlern neu in Auftrag gegebene Werke.

Den Anfang macht der britische Künstler Simon Starling (45) in Zusammenarbeit mit dem dänischen Künstlerkollektiv Superflex. Der Reiz von Starlings Werken liegt darin, dass er historische Themen wie die industrielle Produktion mit handwerklicher Akribie darstellt, etwa aus Aludosen ein Fahrrad fertigt. Er nennt die im Rahmen der Ausstellung präsentierten Werke "Re-Prototypen“.

Die gemeinsam mit Superflex konzipierte Arbeit "Black Out“ zieht sich durch den gesamten Ausstellungsraum. Sie thematisiert den fast vergessenen Entwurf Poul Henningsens für eine Verdunklungsleuchte für den Kopenhagener Freizeitpark Tivoli von 1942. Außerdem beginnt am 1. Juni um 17 Uhr die Performancereihe "Ephemeropterae“, bei der die flüchtigen Formen von Erzählung, Lyrik und Musik im Mittelpunkt stehen. Über den gesamten Sommer hinweg wird das bukolische Parkareal in der Leopoldstadt zu einer Bühne. MD

TBA21 Augarten, Di 19.00; bis 23.9.


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