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Pop zwischen Romantik und Aufbegehren

Lexikon | aus FALTER 22/12 vom 30.05.2012

Wolfgang Möstl ist der hardest working man im österreichischen Popunderground. Der seit zwei Jahren in Wien lebende Steirer ist die treibende Kraft hinter der Indierockband Killed By 9V Batteries, er spielt beim Noisepopquintett Sex Jams und bei der Slackerband Goldsoundz. Mit Numavi Records betreibt er ein kleines Label, und als Produzent für andere Bands ist er auch zu haben. Dazu kommt noch das Soloprojekt Mile Me Deaf, das freilich weniger auf Krach als vielmehr auf bittersüßen Lo-Fi-Pop setzt. Hunderte Songs, Skizzen und Miniaturen hat der Sonic-Youth-Fan in den vergangenen Jahren aufgenommen, unterstützt von zwei Sex-Jams-Bandkollegen hat er eine kleine Auswahl davon jetzt professionell eingespielt und zu dem stimmungsvollen Album "Eat Skull“ zusammengestellt, Möstls Debüt als Mile Me Deaf. Siluh, das Killed-By-9V-Batteries-Label, veröffentlicht die CD-Version, Vinyl kommt über Fettkakao.

Zu den Aktivposten der Szene gehört auch Herwig Zamernik, anders als Wolfgang Möstl hat er die Provinz aber nie verlassen. Der Naked-Lunch-Musiker betreibt in Klagenfurt ein Tonstudio und produziert dort andere Bands; sein Domizil hat er seit einiger Zeit in der Einschicht des Kärntner Unterlandes aufgeschlagen. Dort ist auch das dritte Album von Zamerniks Soloprojekt Fuzzman entstanden, "Trust Me Fuckers“. Nach zwei CD-Veröffentlichungen ist es das erste Fuzzman-Album, das auch auf Vinyl erhältlich sein wird. Und das ist bei weitem nicht die einzige Neuerung: Geprägt von Wut und Romantik, aber auch einer gewissen Gelassenheit, kombiniert das so abwechslungsreiche wie durchgängig großartige "Trust Me Fuckers“ alte Tugenden mit krachigem Karawanken-Protestlied, Lo-Fi-Gospel und Indie-Schlager. Ein großer Wurf! GS

Gartenbaukino, Fr 23.00 (Mile Me Deaf); Playback und Lifestyleclub, Mi 19.00 (Fuzzman)


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