Seinesgleichen geschieht  

Die Märkte atmen auf. Über Politik in Zeiten des Provisoriats

Der Kommentar des Chefredakteurs

Falter & Meinung | Armin Thurnher | aus FALTER 22/12 vom 30.05.2012

Dies sind Tage der Entscheidung für Europa, also für uns. Lauter heiße Themen, und sie werden immer heißer: Jugendarbeitslosigkeit unvorstellbaren Ausmaßes in Spanien, im Gefolge des Sparwahns aufkommender Linkspopulismus in Griechenland, der Krisendruckkochtopf pfeift in Brüssel. Aber nichts wird so heiß gegessen wie gekocht.

Die Märkte, dieses wunderbare Konstrukt, haben sich angesichts der Perspektive ein wenig beruhigt, dass in Griechenland die Nea Dimokratia in den Umfragen wieder vor den Linkspopulisten liegt, also eine jener beiden Parteien, deren Klüngel für das griechische Schlamassel verantwortlich ist. Die Märkte atmen auf, steht in der Zeitung.

Die Finanzmärkte sind aber nicht zu beruhigen, denn während sich die einen über diese Garantie prolongierter Korruption freuen, wetten die anderen auf den Ausstieg und müssen beunruhigt sein, diese Wette vielleicht doch nicht zu gewinnen. Die Griechen sollen Steuer zahlen - dieser populistische Appell ist berechtigt, aber


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